Definition: Zeitbasierte Brandschutz-Klassifizierung
Die Feuerwiderstandsklassen F30, F60 und F90 nach DIN 4102 geben an, wie lange ein Bauteil – Wand, Decke, Stütze – einem genormten Brandversuch standhält, ohne zu versagen. F30 bedeutet mindestens 30 Minuten Widerstand, F60 entsprechend 60, F90 entsprechend 90 Minuten. Ziel ist es, Menschen ausreichend Zeit zur Flucht zu geben und der Feuerwehr effektive Löscharbeit zu ermöglichen.
Zuordnung zu Gebäudeklassen: Von feuerhemmend bis feuerbeständig
Die bauordnungsrechtlichen Begriffe lauten feuerhemmend (GK 3, entspricht in etwa F30), hochfeuerhemmend (GK 4, in etwa F60 – mit zusätzlichen Anforderungen an Bekleidung und Materialien) und feuerbeständig (GK 5 und Hochhaus, entspricht in etwa F90 aus nichtbrennbaren Baustoffen). Der Zusatz ‚in etwa‘ ist dabei ernst gemeint: Besonders ‚hochfeuerhemmend‘ ist keine bloße Zeitanforderung, sondern verknüpft mit konstruktiven Vorgaben nach MBO § 26, die bei Holzbauweisen besonders relevant sind.
REI-System: Europäische Normung
Neben dem deutschen System nach DIN 4102 gibt es das europäische Klassifizierungssystem nach EN 13501-2. Die Kriterien R (Tragfähigkeit), E (Raumabschluss) und I (Wärmedämmwirkung) werden kombiniert – ein Bauteil REI 90 entspricht in der Wirkung in etwa dem deutschen F90 mit Raumabschluss. In der bauaufsichtlichen Praxis werden beide Systeme parallel verwendet; welches zur Anwendung kommt, ergibt sich aus dem eingesetzten Bauprodukt und dessen Zulassung.
Fachplanung durch dbp: ingenieure
dbp: ingenieure ordnet Bauteile den richtigen Anforderungsklassen zu und prüft, ob vorhandene oder geplante Konstruktionen die erforderlichen Nachweise erbringen können.